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Archive for the ‘Gedichte’ Category

Des Gimpels schmales Augenlicht

In Bibliothek, Gedichte on 29. Juli 2011 at 12:45

Eilig springt der blinde Gimpel,
furchtlos auf die Hecke zu.
In dieser scheint, so meint er sicher,
eines Weibchens Heim zu sein.

Freudig zwitschert er ein Liedchen,
lockt das Weibchen aus dem Grün.
Wütend über diese Störung,
zeigt sie wild den Flügel ihm.

Des armen Gimpel Augenlicht,
verrät ihm nichts von dieser Geste,
sodass das Weibchen fürchterlich,
sein Gesichtchen attackiert.

Des Weibchens Wut ihn überrascht,
fliegt er eilig schnell von dannen.
Hätt er gesehen, wem er da zwitschert,
wär er wohl nie dort gelandet.

Verloren hat sein Augenlicht,
er im Streit mit seiner Frau.
Die, wen wunderts sonderlich,
danach nicht mehr seine Gattin war.

So mag seltsam es erscheinen,
zwitschert er grad ihr ein Lied.
Hätt er noch gesehn, wen er umgarnt,
er wäre nun trotz allem blind.

Und die Moral von der Geschicht:
Sehen kann man, oder nicht.

Ein Männlein steht im Walde

In Bibliothek, Gedichte on 6. Juli 2011 at 18:00

Blatt im Licht

Es streift ein kleines Männlein dort,
durch des Waldes Dickicht.
Hüpft von Baum zu Busch zu Blatt,
wenn du’s nicht kennst,
erblickst du’s nicht.

Auf einmal hält in seinem Tun,
das Männlein inne wie erstarrt
und blickt verwundert und ganz scheu
auf ein besonders schönes Blatt.

„Dieses Blatt“, so sprach es leis,
„ist ein Wunderwerk dieser Natur.“
Sprachs, und nahm es zögernd auf,
als wärs zerbrechlich wie Kristall.

„Oh, Blatt, du sollst nun immerdar,
mir meine Zeit versüssen.
Stets pflegen werd ich deine Haut,
die Schönheit dir erhalten.“

Das Blatt sprach nun mit einem Male:
„Kleines Männlein, warte doch!
Glücklich bin ich hier bei dir,
mehr brauch und will ich einfach nicht.“

Stumm lief das Männlein durch den Wald,
das Blatt in Händen wie ein Schatz
und meint auf einmal zögerlich:
„Dann lass mich dich nur lieben.“

Dein letzter Schritt

In Gedichte on 2. März 2011 at 19:47
Edward Hopper: By the Sea

Edward Hopper: By the Sea

Kummervoll stehst an der Türe,
Du, in deinem weissen Kleid.
Öffnest langsam diese Pforte,
die Sicht nach draussen reicht so weit.

Ein letzter Blick wirfst du zurück:
siehst mich, siehst ihn, siehst sie.
Uns alle streift ein letztes Lächeln,
ein letzter Schritt zu deinem Glück.

„Vergesst mich nicht und lebt mit Freude“
trägt dein Atem uns noch zu
bevor du wohlgemut und lächelnd
den Schritt wagst in des Todes Flut.

Einsam scheint nun diese Pforte,
weg bist du, doch nicht verlor’n.
Als Teil der endlos fliessend Weite
liebkost du nun in einem fort
uns alle, die zurückgeblieben
und gibst uns Kraft und etwas Trost.

*** In Erinnerung an Nicole. Ruhe in Frieden. ***

Zweisamkeit

In Gedichte on 22. Februar 2011 at 00:06

Freude wich dem gänzlich Düstren,
Dunkelheit, so fürchterlich.
Kein Schimmer dringt durch diese Schwärze,
Schemen schwinden zögerlich.

Kreischend stört die dunkle Stille,
Laute aus der Unterwelt.
Dämonenschar greift nach der Wärme,
die aus meinem Körper strahlt.

Lärm umgibt mich, bricht die Mauer,
schutzlos bleibt zurück was war.
Teufels Sohn greift nach dem Körper,
mit ihm seine ganze Schar.

Im Momente dieses Wahnsinns,
kurz vor meiner Freitod Wahl,
endet Dämons Spuk und Horror,
endet meines Geistes Qual.

Doch schwarz und bitter bleibt zurück,
was Licht einst meiner Seele war.
Tod und Trauer liegt wie Schatten,
Mantel auf des Scheines Kern.

Seelenlos Gestalt

In Gedichte on 9. Januar 2011 at 17:09

Die Nacht bricht an
Gibt dir Gestalt
Und kleidet deine eine Seele
In ein düsteres Gewand.

Schwarzgewandet fliegt sie weg
Verlässt ihr irdisch Menschenreich
Meidet gar die dunklen Grenzen
Lässt dir nur die Finsternis.

Seelenlos irrst du umher
Im düster einsam‘ Traumesland
Die Suche nach dem führend Licht
Scheint end- und hoffnungslos zu sein.

Ein Hauch von Richtung zeigt dir nur
Wo die Seel ein Schimmer bleibt
Und sternengleich am Firmament
Dir Weisung und auch Hoffnung schenkt.

Das Licht deiner Seele

In Gedichte on 1. Januar 2011 at 23:39

Eine Insel scheinst du mir
Eiland in dem Meer des Lichts
Dunkelheit umgibt dich ganz
Entführt mich in das dunkle Nichts.

Auf dem Weg zu deiner Seel‘
Irr ich im Dunkeln still umher
Mutig schreit ich dieses Weges
Wunsch zu helfen drängt mich sehr.

Doch diese Hilfe nicht erwünscht
Find ich deine Seele nicht
Und bleib gefangen in dem Nichts –
Deine Seel‘ verströmt kein Licht.

Zerstörtes Leben

In Gedichte on 26. Dezember 2010 at 21:05

Inmitten Trümmern bleibt ein Leben,
Bruchstück der Vergangenheit,
Ein Schatten noch was Paradies
Und Ruhepunkt der Seele war

Tröstliche Veränderung

In Gedichte on 5. Dezember 2010 at 19:32

Frühling, der du bist
Der du Leben weckst
Den Baum zum blühen treibst
Und voller Freude steckst.

Sommer, der du bist
Das strahlend Licht belebt
Natur und Mensch die Sonn‘ geniesst
Und alles nur nach Freude strebt.

Herbst, der du bist
Den nahenden Tod begrüsst
Und mit der letzten Wärme und
Kräftigen Farben uns die Zeit versüsst.

Winter, der du bist
Die Natur mit eisiger Kälte quälst
Und doch schützend eine weisse Decke
Über alles Leben legst.

Dein Schweigen

In Gedichte on 27. November 2010 at 21:31

Mädchen, du stehst einsam dort
Die Trauer zeichnet dein Gesicht
Wirkst so hilflos und allein –
Wieso das so ist, weiss ich nicht.

Einzeln‘ Träne ziert die Wange
Zieht dort einsam ihres Wegs
Blick in dein Gesicht ganz bange
Frag mich doch, was macht sie dort?

Die Augen blicken gramerfüllt
Kummer beugt und bricht dein Haupt
Gebrochen scheint dein Blick zu sein
Du scheinst der Freude ausgeraubt.

Will ich Schritte zu dir wagen
Näher mich in Sorg‘ und Leid
Mit jedem Schritt weichst du mir aus
Du wünscht dir wohl nicht mein Geleit.

So setz ich mich dort auf den Boden
Warte, was du mir noch zeigst
Besorgt wart ich auf Hilferufe
Dein Mund bleibt stumm – du schweigst.

Nur wegen Dir

In Gedichte on 4. November 2010 at 13:03

Wärme spür ich tief in mir
Wärme, die, das sag ich dir
So fremd erscheint in ihrem Wesen
Und doch vertraut
Sich in mir staut
Als wär sie stets in mir gewesen.

Sie strahlt aus tiefster Magengegend
Entlädt sich dann und wann nur bebend
Verändert meine Züge prompt
Und zaubert mir
Nur wegen dir
Ein Lächeln, das von Herzen kommt.