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Archive for the ‘Sport’ Category

WM 2010 und ihre Nebeneffekte – 2

In Sport on 8. Juli 2010 at 04:14

Es waren 94 Minuten voller Hoffen und Bangen. Hat man Spanien und Deutschland in den vorhergehenden Spielen gesehen, war ein deutlicher Favorit auszumachen. Währen Deutschland Schützenfeste feierte, würgte sich Spanien von Spiel zu Spiel, immer auf der Suche nach ihrer EM-Form.

Dementsprechend waren auch meine Erwartungen zum Spiel. Wann zündeten die Deutschen ihr Feuerwerk? Leider hat der Gegner gut reagiert und ist endlich erwacht. Ein so ausgeglichenes Spiel habe ich selten gesehen.
Daher muss ich Spanien auch loben und zugeben, dass sie verdient im gewonnen haben.
Eine Befriedung für die Gegner der angeblich so arroganten Deutschen. Wobei von Arroganz nach Spielabpfiff nichts zu sehen war. Während Mannschaften wie Uruguay die Zeit nach Spielende lieber damit verbrachten auf den Schiedsrichter einredeten und ihre Niederlage eher von dessen Entscheidungen abhängig machen wollten, mussten die Spanier die niedergeschlagenen aber sehr selbstkritischen deutschen Spieler trösten.

Selbst wenn Deutschland nicht im Finale ist, so sind sie doch ein bisschen Sieger. Denn es ist nicht zu bestreiten, dass sie den Ruf der Deutschen erheblich aufpoliert haben. Das erste Mal konnten deutsche Fans offen in der Schweiz auf der Strasse feiern.

Danke Deutschland!
Hup Holland!

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Der böse Nachbar

In Sport, Tagesgedanken on 6. Juli 2010 at 16:46

Neulich outete ich mich: ich bin ein Fan Deutschlands an der diesjährigen WM in Südafrika.
Die Reaktion meiner Mitmenschen: Unverständnis, Verwirrung und teilweise beinahe so etwas wie.. nun ja, Abscheu.

Als ich diese nach den Gründen für ihre Reaktion fragte, hiess es zumeist, dass man es ihnen nicht gönne. Die Fans seien arrogant, abschätzig, hielten sich durchweg für was Besseres. Ausserdem kenne man Deutsche persönlich, die ein Paradebeispiel für diese Meinung böten.
Diese Begründung fand ich doch reichlich seltsam. Ich kann in dieser Sache auf viele meiner eigenen Erfahrungen zurückgreifen. Als ehemaliger langjähriger Mitspieler diverser, meist deutscher, Onlinegames durfte ich einige Bekanntschaften schliessen. Dazu kommt, dass ein ehemaliger Vorgesetzter wie auch momentane Arbeitskollegen deutschen Migrationshintergrund (wie ich dieses neue Modewort liebe) haben. Und wie sind sie so, diese Deutschen? Nett, offen, meist ehrlicher als die eigenen Landsleute, dazu noch für wesentlich mehr Spass zu haben, nicht so verklemmt wie der typische Schweizer. Mir passen diese Eigenschaften hervorragend.

Es scheint aber zu sein, dass vielen meiner Landsleute Eigenschaften wie Offenheit suspekt scheinen. Das merkt man nicht erst bei den Deutschen. Der Schwarze Peter landete vorab schon bei Italienern und Ex-Jugoslawen. Die eingewanderten Deutschen scheinen damit grundsätzlich zurecht zu kommen

Na dann: Herzlich willkommen in der Schweiz, Freunde!

WM 2010 und ihre Nebeneffekte – 1

In Sport on 27. Juni 2010 at 17:57

Eigentlich könnte man mich ganz und gar nicht als Fussballfan abstempeln. Ganz im Gegenteil, ich kann grundsätzlich mit Sport relativ wenig anfangen, ausser ich betreibe ihn selbst. Am ehesten mute ich mir da noch Tennis zu (da ich ja selbst einige Jahre spielte).

Aber irgendwie liess ich mich doch langsam vom WM-Fieber packen.

Meine Favoriten sind dabei: Holland, Deutschland oder Argentinien.

Ich war heute noch unterwegs und wollte mir eigentlich das Spiel Deutschland-England gönnen, welches ein Knüller zu werden versprach. Pünktlich um vier Uhr war ich… nirgendwo! Leider war ich dann noch irgendwo unterwegs in der Stadt Luzern, bzw. gerade erst von Thun zurückgekehrt. Verschwitzt, müde, hungrig, die Dusche mit eingebautem Kühlschrank und Kaffeeautomaten schrie förmlich nach mir.
Kurzer Gang zur nächsten Bushaltestelle, direkt vorbei an einem Café mit Grossleinwand – Stand 0:0.
Sehr gut! Zuhause angekommen erst mal Laptop an und Wilmaa gestartet – Stand 1:0. Ein Tor verpasst, wunderbar.
Denke ich mir mal: „Geh erst mal ins Bad, ist ja nur Fussball.“ Ins Bad, Tür zu, Geschrei vom Beny (glaube ich zumindest, die Stimmen kann ich nie auseinanderhalten). Zurück aus dem Bad sehe ich: Stand 2:1 😦
Verpass ich doch glatt die ersten drei Tore. Da fallen an der WM endlich mal Tore (mit Ausnahme von drei, vier Spielen wars ja diesmal relativ torarm) und ich bin tatsächlich nicht dabei. Wenigstens wurde ich dann noch mit zwei weiteren Toren besänftigt. Ich glaube fest daran, dass die Deutschen die nur mir zuliebe geschossen haben 🙂